UpgradePlus:

Reduzierung von Nachernteverlusten:

Dezentrale Nachernteverarbeitung von wenig genutzten Arten zur Erzeugung von innovativen Produkten für eine bessere Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit in Westafrika. Noch immer werden über 1.3 Milliarden Tonnen an Lebensmitteln durch Nachernteverluste oder Verschwendung währen der Lieferketten 'verloren'. Dieses führt neben den ökonomischen Verlusten auch zu signifikanten Verlusten der natürlichen Ressourcen.

Einführung:

Die ländlichen Gesellschaften in afrikanischen Ländern südlich der Sahara leiden oft unter unausgewogener Ernährung aufgrund der Saisonabhängigkeit vieler landwirtschaftlicher Produkte, begrenzter Konservierungs- und Transportmöglichkeiten und wegen Mangel an geeigneten Lagermöglichkeiten. Insbesondere für schwangere Frauen, Säuglinge und Kleinkinder kann dies lebensbedrohlich sein. Derzeitige Maßnahmen zur Bekämpfung der Unterernährung umfassen die Ergänzung der Ernährung mit Mikronährstoffen, die Anreicherung von Grundnahrungsmitteln und die Bioanreicherung. Bisherige Versuche diese Anreicherung in kleinen und mittelgroßen Lebensmittelverarbeitungsanlagen anzugehen, scheiterten, da es an einer skalierbaren Technologielösung und einem nachhaltigen Geschäftsmodell zur Unterstützung der Zielgruppen fehlte.
Zudem verlassen sich Menschen auf dem Land oft auf traditionelle Lebensmittelverarbeitungstechniken wie manuelles Schälen, Zerkleinern und Mahlen sowie Trocknen in der Sonne, um Lebensmittel für den Hausgebrauch und lokale Märkte zu verarbeiten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer innovativen, benutzerfreundlichen, kostengünstigen, wartungsarmen und umweltfreundlichen Verarbeitungsmaschine für ländliche Gebiete.

Ziele des Projektes:

Eine modulare, dezentrale, solarbetriebene Lebensmittelverarbeitungsanlage (Schälen, Hacken, Trocknen, Mahlen) wird entwickelt um so die Ernährung von Frauen, Säuglingen und Kleinkindern zu verbessern. Gleichzeitig können so zusätzliche Einkommensquellen für Frauenselbsthilfegruppen in Westafrika geschaffen werden und die Nachernteverluste wenig genutzter landwirtschaftlicher Produkte reduziert werden.

  • Entwicklung innovativer, modularer, dezentraler, photovoltaisch betriebener Nachernte-Lebensmittelverarbeitungsanlagen in kleinem Maßstab, die an die lokalen Bedingungen angepasst sind
  • Verwendung hochwertiger, wenig genutzter Pflanzenarten für die Herstellung vielfältiger und nährstoffreicher verarbeiteter Lebensmittel mit längerer Haltbarkeit
  • Stärkung von Frauen, insbesondere in Selbsthilfegruppen, um Mikronährstoffmangel bei Kindern zu verhindern und den Gesundheitszustand von schwangeren und stillenden Frauen zu verbessern
  • Einführung der Technologien und Verfahren vor Ort durch die Ausbildung lokaler Handwerker, die die Systeme unter Verwendung lokal verfügbarer Materialien aufbauen, und durch ausgewählte Mitglieder von Frauengruppen, die neue Nutzer ausbilden

Weitere Informationen:

Das Projekt UPGRADE Plus ist im Oktober 2017 gestartet und dauert drei Jahre. Es wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit 1,1 Mio. Euro gefördert und über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) durchgeführt. Das Projektteam besteht aus sechs Partnern aus vier Ländern: die Universität Kassel (Deutschland) als Projektkoordinator, das Deutsche Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft DITSL (Deutschland), die INNOTECH Ingenieursgesellschaft mbH (Deutschland), die Universität für Entwicklungsstudien (Ghana), die Njala Universität (Sierra Leone) und das National Horticultural Research Institute (Nigeria). Mehr Informationen: http://upgrade-plus.org/